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Geneigte Dächer aus Edelstahl Rostfrei

Planung und Werkstoffauswahl

Eine hohe Lebenserwartung, minimaler Wartungsaufwand und geringes Gewicht zeichnen Dächer aus nichtrostendem Stahl aus. Die Lebensdauer-Kosten-Analyse fällt bei Edelstahl Rostfrei immer positiv aus

Auch unter ökologischen Gesichtspunkten haben nichtrostende Stähle entscheidende Vorteile. Sie unterliegen keinem relevanten natürlichen Abtrag und es werden keine Metallionen mit biozider Wirkung freigesetzt. Regenwasserversickerung und die Regenwassernutzung sind damit vollkommen unbedenklich. Nichtrostende Stähle sind somit auch für große Dachflächen bei dezentraler Einleitung genehmigungsfrei einsetzbar.

Alle gängigen Metalldachdeckungen, wie z.B. Stehfalz-, Leisten- oder Schindeldeckung, können in Edelstahl Rostfrei ausgeführt werden. Die traditionelle Stehfalzdeckung ist die am häufigsten ausgeführte Verlegetechnik und für eine große Bandbreite von Dachformen anwendbar: Standarddächer mit einer Mindestneigung von 3°, Tonnendächer oder gebogene Dächer. Aber auch vor allem im Industriebau eingesetzte, selbsttragende profilierte Bleche oder Klemmfalzsysteme werden in Edelstahl Rostfrei angeboten.

Durch die hohe Festigkeit des Werkstoffs brauchen Bedachungsbleche aus Edelstahl Rostfrei nur 0,4 mm oder 0,5 mm dünn zu sein, was zu einer Gewichts- und Kostenreduktion führt.

Dächer und Dachentwässerungen aus Edelstahl Rostfrei sind für Neubauten und für das Bauen im Bestand gleichermaßen geeignet. Mit Edelstahl Rostfrei entscheiden sich Planer und Bauherren für einen Werkstoff, der jahrzehntelang korrosionsbeständig ist, wenn die passende Auswahl aus der Gruppe der nichtrostenden Stähle gemäß des Standorts und der Umgebungsbedingungen getroffen wird.

Die Anfangs noch leicht reflektierende Oberfläche des verzinnten Edelstahls wird nach einiger Zeit durch Oxidbildung mattgrau erscheinen.

Im Rahmen der Normen (DIN EN 10088 Teil 1 und 2, DIN EN 502, DIN EN 508 Teil 3) können für Dächer folgende Edelstahlsorten verwendet werden: Chrom-Stahl, 1.4510, üblicherweise mit Zinnüberzug, Chrom-Nickel-Stähle, z.B. 1.4301 und Chrom-Nickel-Molybdän-Stähle z.B. 1.4401, 1.4404, 1.4436 und 1.4571. Hinsichtlich der Werkstoffeignung sind im Einzelfall Auskünfte beim Produktanbieter, dem Hersteller oder der Verlegefachfirma einzuholen.

Das Erscheinungsbild von Edelstahl Rostfrei-Dächern hängt stark von der Werkstoffoberfläche ab.

Stehen neben Korrosionsbeständigkeit und guten Pflegeeigenschaften vor allem funktionelle Zwecke im Vordergrund, stellt die glatte und relativ glänzende Oberfläche 2B häufig die wirtschaftlichste Alternative dar. Für klassische Dachformen werden oft matte, reflexarme Oberflächen bevorzugt, die durch Walzmattierung, Musterwalzen, Strahlen oder beidseitiges elektrolytisches Verzinnen erzielt werden. Ebenso ist eine Verkupferung möglich. Auch farbige Bleche, die z.B. elektrolytisch gefärbt oder PVDF-beschichtet sind, können im Dachbereich eingesetzt werden.

Foto (oben): UGINE & ALZ/RCC GmbH, Sersheim
Foto (unten): Spenglerei Soyter, Piding