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Fassadenbekleidung aus Edelstahl Rostfrei

Planung und Werkstoffauswahl

Fassadenbekleidungen aus Edelstahl zeichnen sich durch Langlebigkeit, hohe Korrosionsbeständigkeit, gute Verarbeitbarkeit sowie große Gestaltungsvielfalt aus

Metallfassaden werden in der Regel als vorgehängte, hinterlüftete Fassade (VHF) ausgebildet. Die Metallbekleidung (überlappend bzw. mit offenen oder geschlossenen Fugen) übernimmt als Vorsatzschale die Funktion des Wetterschutzes und wird durch eine Unterkonstruktion auf Abstand gehalten, so dass die Luft zirkulieren und eingedrungene Feuchtigkeit auf der Rückseite der Fassadenbekleidung abtrocknen kann.

Alle gängigen Metalldeckungen, wie z.B. Stehfalz-, Leisten- oder Schindeldeckung, können in Edelstahl Rostfrei auf vollflächigen Unterkonstruktionen ausgeführt werden. Während selbsttragende Bekleidungselemente ihre Steifigkeit trotz dünner Materialstärke über Profilierungen, Kantungen usw. erhalten, erreicht man mit gefalzten, nicht selbsttragenden Metallscharen auf vollflächigen Unterkonstruktionen meist keine absolute Planheit. Ist diese gewünscht, empfiehlt es sich stärkere Bleche zu verwenden und die Scharenbreite zu begrenzen.

Wichtige Faktoren bei der Planung vorgehängter, hinterlüfteter Metallfassaden sind die Berücksichtigung der Materialeigenschaften, die Gewährleistung der Standsicherheit, die Vermeidung von Baufeuchte und Luftdichtigkeit und sowie die geeignete Dämmung der tragenden Außenwand.

Im Rahmen der Normen (DIN EN 10088 Teil 1 und 2) werden für Fassaden folgende Edelstahlsorten vorwiegend verwendet: Chrom-Stahl, 1.4510, üblicherweise mit Zinnüberzug, Chrom-Nickel-Stähle, z.B. 1.4301 und Chrom-Nickel-Molybdän-Stähle z.B. 1.4401, 1.4404, 1.4436 oder 1.4571. Hinsichtlich der Werkstoffeignung sind im Einzelfall Auskünfte beim Produktanbieter, dem Hersteller oder der Verlegefachfirma einzuholen.

Während die Werkstoffoberfläche bei Dächern meist nach funktionalen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten ausgewählt wird, spielt bei Fassadenbekleidungen auch das Erscheinungsbild und damit die Oberflächenbehandlung des Edelstahls eine große Rolle. Neben werkseitigen Oberflächen stehen gebürstete, geschliffene, gestrahlte, walzmattierte oder polierte Oberflächen zur Verfügung. Aber auch mustergewalzte oder elektrolytisch gefärbte Bleche werden in der Fassade eingesetzt.

Werden Bleche großflächig verwendet, ist darauf zu achten, dass sie aus demselben Produktionsdurchgang stammen. Trotz einheitlicher Bezeichnung können die Oberflächen von Charge zu Charge voneinander abweichen. Die Verlegung sollte ferner stets einheitlich in Bezug auf die Walzrichtung verlaufen, da die Oberflächen ansonsten bei bestimmten Lichtverhältnissen unterschiedlich erscheinen können.

Die natürliche Bewitterung kann zur Selbstreinigung von Edelstahl-Oberflächen beitragen. Schliffe sollten stets senkrecht verlaufen, damit Wasser besser ablaufen kann. Spalten und horizontale Fugen, in denen sich Schmutz ansammeln kann, sollten vermieden werden.