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Werkstoffinformation

Was ist Edelstahl Rostfrei?

Dank einer nur wenige Atomlagen dünnen, transparenten Passivschicht benötigt Edelstahl Rostfrei keinen zusätzlichen Korrosionsschutz

Die Gruppe der nichtrostenden Stähle („Edelstahl Rostfrei“) umfasst jene Stahlsorten, die mit mindestens 10,5% Chrom (Cr) legiert sind, höchstens 1,2 % Kohlenstoff (C) enthalten und eine besondere Beständigkeit gegenüber chemischen Angriffen aufweisen. Die Korrosionsbeständigkeit erklärt sich durch die Bildung einer für das menschliche Auge unsichtbaren Mischschicht aus Chromoxiden und Chromhydroxiden auf der Oberfläche des nichtrostenden Stahls. Diese sogenannte Passivschicht schützt die Oberfläche vor dem angreifenden Medium. Ihre Beständigkeit kann durch höhere Chromgehalte und Zugabe weiterer Legierungselemente, z.B. Molybdän, weiter verbessert werden.

Die ehemals aus V für Versuch und A für Austenit gebildeten Bezeichnungen V2A (CrNi-Stahl) und V4A (CrNiMo-Stahl) werden nach wie vor als Synonyme für Edelstahl Rostfrei gebraucht. In einer Ausschreibung sind jedoch die spezifischen Werkstoffnummern erforderlich.

In Europa sind die nichtrostenden Stähle weitgehend in der DIN EN 10088-1 bis 3 genormt. Jede Stahlsorte hat einen Kurznamen, der Angaben über die wichtigsten Legierungselemente und deren Gehalte macht und eine Werkstoffnummer, die sich für Edelstahl Rostfrei im Bereich von 1.40xx bis 1.46xx bewegt.

Abbildung: Informationsstelle Edelstahl Rostfrei, Düsseldorf