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Edelstahl Rostfrei im Außenbereich

Planung und Werkstoffauswahl

Beim Einsatz von Objekten im Außenbereich zählt neben Funktionalität, Qualität und Ästhetik auch Langlebigkeit, Wartungsfreundlichkeit und Sicherheit

Der Werkstoff Edelstahl Rostfrei ist heute ein selbstverständlicher Bestandteil unseres täglichen Lebens. Auch im Außenbereich begegnet er uns in vielfältigen Anwendungen: als Sitzbank, Abfallbehälter, Fahrradständer oder Poller, als Geländer bei Balkonen oder Brücken, bei Toren, Zäunen sowie Überdachungen und nicht zuletzt auch als Kunst- und Spielobjekt.
Die zunehmende Anwendung von Edelstahl Rostfrei im Außenbereich ist auf seine hervorragenden Werkstoffeigenschaften zurückzuführen. Neben seinen ästhetischen Eigenschaften sind seine Korrosionsbeständigkeit und Langlebigkeit, seine guten hygienischen Eigenschaften, seine Wartungs- und Unterhaltsfreundlichkeit sowie seine Robustheit gegen Beschädigungen und Vandalismus maßgebliche Faktoren. Edelstahl Rostfrei eignet sich hervorragend für harte Beanspruchungen z.B. bei Fahrradständern oder Sitzbänken, da durch den Selbstreparaturmechanismus der Passivschicht mechanische Beschädigungen der Oberfläche nicht zu Korrosion führen.

Im antiken Amphitheater der südfranzösischen Stadt Fréjus zog nach dem Bau neuer Tribünenanlagen aus 3 mm dickem Edelstahl-
Lochblech (Werkstoff-Nr. 1.4571) und Teakholz neues Leben ein.

Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz von Edelstahl Rostfrei im Außenbereich ist die der Beanspruchung und Umgebung gerecht werdende Auswahl der Werkstoffgüte. Gemäß allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung Z.30.3-6 sind 17 nichtrostende Stahlsorten vier Korrosionswiderstandsklassen zugeordnet. Für den Einsatz in ländlicher beziehungsweise städtischer Umgebung mit geringer Industrieemission sind austenitische Standardwerkstoffe wie zum Beispiel 1.4301, 1.4307 und 1.4541 uneingeschränkt einsetzbar und bewährt. Anwendungen in Industrieatmosphäre oder Einsatzorte mit Belastungen durch Streusalz im Winter können dagegen den Einsatz der molybdänlegierten Edelstähle wie zum Beispiel 1.4401, 1.4404 oder 1.4571 erfordern. Unter extrem aggressiven Umgebungsbedingungen, wie zum Beispiel Meeresnähe mit zusätzlicher Industrieemission oder auch Meeresnähe mit hoher Temperatur und Luftfeuchtigkeit, ist die Verwendung noch höher legierter Werkstoffe wie 1.4439, 1.4539 oder 1.4462 zu empfehlen.

Schimmernde, polierte Edelstahlbänder bilden die Struktur der hängenden Plastik im Viscardi-Hof der „Fünf Höfe“ in München.

Für dekorative Anwendungen, wie sie häufig im Außenbereich vorkommen, bestehen oftmals auch spezielle Anforderungen an die Oberflächenstruktur und die optischen Eigenschaften. Die europäische Norm DIN EN 10088 beschreibt die physikalischen Eigenschaften der nichtrostenden Stähle und legt die Oberflächen-Ausführungsarten und deren Kurzzeichen fest.

Fotos (oben und unten): Martina Helzel, München
Foto (mitte): MEVACO, Schlierbach

Technische Produktinformationen